Sklerose

Die gesellschaftliche Sklerotisierung – eine Erinnerung

Vor nun fast sechs Jahren schrieb der Heidelberger Philosoph Helmut Krebs seinen bissigen und vorausschauenden Essay „Sklerose: Leitbilder und Ideologien der alternden Gesellschaft“. Schlägt man dieses Buch 2021 auf, hat man das Gefühl, die heutige Zeit in einer Art Komödie auf der Bühne zu betrachten. So genau passen die Analysen auf die Jetzt-Zeit und den … Read More

das kalte herz

Das kalte Herz des Kapitalismus – Eine Rezension

In Werner Plumpes Monumentalwerk „Das kalte Herz des Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution“, erschienen 2019 im Rowohlt-Verlag, entwickelt er eine Weltgeschichte mit unerhörtem Sprengstoff. Dieses Buch ist dafür gemacht, die linke, marxistische bis sozialdemokratische Geschichtsschreibung zurückzuweisen und alle wuchernden antikapitalistischen Vorurteile zu widerlegen. Werner Plumpe ist eine herausragende Figur seines Fachs. Von vielen als … Read More

Hayek

Hayek und die Pandemie – Eine Replik

Der von mir sehr geschätzte Prof. Arash Molavi Vasséi hat am 05.02. einen Gastbeitrag in der FAZ zum Thema „Hayek und die Pandemie“ veröffentlicht. Auch wenn ich den Grundtenor des Aufsatzes gut verstehen kann, sehe ich doch einige Punkte kritisch. Hier meine Erwiderung. Ich stimme mit Vasséi darin überein, dass in einer Notlage die Freiheitsrechte … Read More

Bitcoin: Warum nicht den Euro an den Bitcoin binden?

Der Bitcoin hat es zu einer respektablen Alternative zu den staatlich ausgegebenen Währungen gebracht. Als ich im Jahr 2009 das erste Mal von Bitcoin hörte, hätte ich mir diese Entwicklung niemals träumen lassen. Auf einem, wie ich heute sagen würde, nicht gerade seriösen Finanzblog las ich damals, dass die EZB in einem ihrer Berichte vor … Read More

Reiche Erben

Reiche Erben sind die erste Säule des Sozialismus

Reiche Erben sind für die Linke das, was für die Political Correctness die alten weißen Männer sind. Dabei sind reich geborene Söhne und Töchter seit jeher eine wichtige Säule sozialistischer Bewegungen gewesen. Steht hier eine Zeitenwende an? Die neue SPD-Spitze, bestehend aus Saskia Esken und Nowabo, verkünden, dass sie nun die Reichen Schröpfen wollen, vor … Read More

Andrè Kostolany – die Weisheiten eines Spekulanten

Der beste Plauderer der Weltgeschichte

Manche Autoren vermögen es einfach, eine bereits untergegangene Welt zum Leuchten zu bringen. Nicht nur Stefan Zweig mit seinem unvergleichlichen Werk „Die Welt von Gestern“ konnte auf diese Weise schreiben. Unterschätzt und heute fast vergessen, ist ein anderer Autor: Andrè Kostolany, der Held meiner Kindheit. Er vermochte es, so geschickt kleine Figuren, Anekdoten und Erzählungen aneinander zu reihen, so dass man am Ende nicht immer wusste, was entsprach noch der Realität und was der Phantasie des Autors.

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Der neue Protektionismus: eine Herausforderung für den Liberalismus

Der klassische Liberalismus positionierte sich kosmopolitisch. Das folgte aus seinem Universalismus. Die Freiheit des Einzelnen machte für ihn nicht an den Grenzen der Kulturen und Staaten halt, denn diese sind für den Liberalen stets nur historische Grenzen. Sie sind zwar wichtige Meilensteine der Menschheitsgeschichte, aber sie allein genügen nicht, um den Menschen volle Freiheit zu bringen. Sie können immer nur einen gewissen Teil der Menschheit einbeziehen. Der Liberalismus aber, soweit er politisch denkt, nimmt immer die ganze Menschheit in seinen Blick. Ludwig von Mises sprach in Anlehnung an die religiöse Vorstellung von einer geeinten Menschheit als christlicher Ökumene von einer liberalen Ökumene, einer geeinten Welt, in der alle Menschen die größtmögliche Freiheit genießen würden:

„Als letztes Ideal schwebt dabei immer der Gedanke einer vollständigen Kooperation der ganzen Menschheit vor, die sich friedlich und ohne Reibungen abwickelt. Das Denken des Liberalen hat immer das Ganze der Menschheit im Auge und nicht nur Teile, es haftet nicht an engen Gruppen, es endet nicht an den Grenzen des Dorfes, der Landschaft, des Staates und des Erdteils. Es ist ein kosmopolitisches, ein ökumenisches Denken, ein Denken, das alle Menschen und die ganze Erde umspannt. Der Liberalismus ist in diesem Sinne Humanismus, der Liberale Weltbürger, Kosmopolit.“

Ludwig von Mises, Liberalismus, 1927, S. 93.

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Joseph Stiglitz und die Schatten der Globalisierung

Das Problem, die ärmsten Regionen der Welt aus der Armut zu befreien, war für die klassisch Liberalen stets eines der marktwirtschaftlichen Integration dieser Regionen in den Welthandel. Die Idee war einfach und bestechend: Je stärker sich diese Gesellschaften an dem internationalen Handel beteiligen würden, desto schneller wären sie in der Lage, zu den industrialisierten Staaten aufschließen, ihre Lücke in der Befriedigung globaler Kundenbedürfnisse zu finden, um mit diesem neu gewonnenen Wohlstand einen funktionierenden Sozialstaat mit prosperierenden öffentlichen Gütern finanzieren zu können. Damit wären Schulen für die bisher nicht alphabetisierten Kinder vorhanden, durch ein umfassendes Gesundheitssystem wären Seuchen, schwere Krankheiten und die hohe Kindersterblichkeit sofort besiegt und die Altersarmut sowie die Überpopulation wären eingedämmt. Doch obwohl die Zölle weltweit stark zurückgegangen sind, viele afrikanische Staaten Privatunternehmertum und eine freie Preisbildung zulassen, lässt das Wirtschaftswunder, von dem die Liberalen in der dritten Welt träumten, auf sich warten. Das Vorbild für den erwarteten schnellen und ad hoc geschehenden wirtschaftlichen Aufstieg bildeten Deutschland, die USA und Japan nach dem zweiten Weltkrieg oder der rasante Wohlstandsgewinn der sogenannten TIGER-Staaten seit den 1970er Jahren. Warum gelang eine solche Entwicklung in Afrika trotz der Liberalisierungen jedoch nicht?

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Erfolg und Risiko in der Marktwirtschaft

Ich entwickle hier einen Gedanken, der an das Buch „Poor Economics“ von Abhijit Banerjee & Esther Duflo aus dem Jahre 2011 anschließt. In dieser umfassenden Studie gehen die beiden renommierten Ökonomen der Frage nach, ob es einen gemeinsamen Lebensstil der Armen dieser Welt gibt. Teilen sie bestimmte Werte, Einstellungen, Schwierigkeiten? Stehen sie immer denselben Problemen gegenüber und lässt sich daraus ein Muster erkennen? Oder handelt es sich um unvergleichbare Fälle, die wir individuell betrachten müssen?

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