Sklerose

Die gesellschaftliche Sklerotisierung – eine Erinnerung

Vor nun fast sechs Jahren schrieb der Heidelberger Philosoph Helmut Krebs seinen bissigen und vorausschauenden Essay „Sklerose: Leitbilder und Ideologien der alternden Gesellschaft“. Schlägt man dieses Buch 2021 auf, hat man das Gefühl, die heutige Zeit in einer Art Komödie auf der Bühne zu betrachten. So genau passen die Analysen auf die Jetzt-Zeit und den … Read More

das kalte herz

Das kalte Herz des Kapitalismus – Eine Rezension

In Werner Plumpes Monumentalwerk „Das kalte Herz des Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution“, erschienen 2019 im Rowohlt-Verlag, entwickelt er eine Weltgeschichte mit unerhörtem Sprengstoff. Dieses Buch ist dafür gemacht, die linke, marxistische bis sozialdemokratische Geschichtsschreibung zurückzuweisen und alle wuchernden antikapitalistischen Vorurteile zu widerlegen. Werner Plumpe ist eine herausragende Figur seines Fachs. Von vielen als … Read More

Karl Popper

Ein (fiktives) Interview mit Karl Popper.

Sir Karl Popper, was ist das Geheimnis der Offenen Gesellschaft? Karl Popper: „Ihr Geheimnis besteht meiner Meinung nach darin, dass die offene Gesellschaft aus dem menschlichen Leben kein größeres Rätsel macht, als es ist. Sie gaukelt den Menschen nicht mehr vor, dass es ein schon heute bekanntes Schicksal gäbe, das uns als Menschheit eines Tages … Read More

Andrè Kostolany – die Weisheiten eines Spekulanten

Der beste Plauderer der Weltgeschichte

Manche Autoren vermögen es einfach, eine bereits untergegangene Welt zum Leuchten zu bringen. Nicht nur Stefan Zweig mit seinem unvergleichlichen Werk „Die Welt von Gestern“ konnte auf diese Weise schreiben. Unterschätzt und heute fast vergessen, ist ein anderer Autor: Andrè Kostolany, der Held meiner Kindheit. Er vermochte es, so geschickt kleine Figuren, Anekdoten und Erzählungen aneinander zu reihen, so dass man am Ende nicht immer wusste, was entsprach noch der Realität und was der Phantasie des Autors.

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Es gibt kein gutes Leben im Schlechten – Eine Replik auf Martha Nussbaum

Die Philosophin Martha Nussbaum versucht in ihren Schriften, die Suche nach der Antwort auf ein gutes Leben, das die antiken Denker in ihren Bann zog, als Kernfrage des Politischen in unserer Zeit zu rehabilitieren. Frau Nussbaum ist hoch dekorierte Professorin in Harvard und ursprünglich Altphilologin, was ihr Interesse und ihre profunden Kenntnisse der antiken Philosophen erklärt. Man kann unumwunden zugeben, dass Frau Nussbaum in ihren politischen Schriften einen mutigen Entwurf gewagt hat, der allein durch seinen unbedingten Wunsch nach Fortschritt eine ganze Generation an politischen Philosophen inspiriert und begeistert hat. Aber diese Bewegung kennt auch Schattenseiten.

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Joseph Stiglitz und die Schatten der Globalisierung

Das Problem, die ärmsten Regionen der Welt aus der Armut zu befreien, war für die klassisch Liberalen stets eines der marktwirtschaftlichen Integration dieser Regionen in den Welthandel. Die Idee war einfach und bestechend: Je stärker sich diese Gesellschaften an dem internationalen Handel beteiligen würden, desto schneller wären sie in der Lage, zu den industrialisierten Staaten aufschließen, ihre Lücke in der Befriedigung globaler Kundenbedürfnisse zu finden, um mit diesem neu gewonnenen Wohlstand einen funktionierenden Sozialstaat mit prosperierenden öffentlichen Gütern finanzieren zu können. Damit wären Schulen für die bisher nicht alphabetisierten Kinder vorhanden, durch ein umfassendes Gesundheitssystem wären Seuchen, schwere Krankheiten und die hohe Kindersterblichkeit sofort besiegt und die Altersarmut sowie die Überpopulation wären eingedämmt. Doch obwohl die Zölle weltweit stark zurückgegangen sind, viele afrikanische Staaten Privatunternehmertum und eine freie Preisbildung zulassen, lässt das Wirtschaftswunder, von dem die Liberalen in der dritten Welt träumten, auf sich warten. Das Vorbild für den erwarteten schnellen und ad hoc geschehenden wirtschaftlichen Aufstieg bildeten Deutschland, die USA und Japan nach dem zweiten Weltkrieg oder der rasante Wohlstandsgewinn der sogenannten TIGER-Staaten seit den 1970er Jahren. Warum gelang eine solche Entwicklung in Afrika trotz der Liberalisierungen jedoch nicht?

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Claus Dierksmeier – Die Moralisierung der Freiheit

In seinem Buch »Qualitative Freiheit – Selbstbestimmung in weltbürgerlicher Absicht« entwickelt Claus Dierksmeier ein anspruchsvolles Freiheitskonzept, das den kosmopolitischen Ansprüchen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gerecht werden soll. Doch ist es auch in sich konsistent und durchführbar? Diese Untersuchung stellt einige Fragezeichen an die sogenannte »qualitative Freiheit«, wie er sie nennt, sie reibt sich an ihr und versucht sich an einer Alternative. Denn in Dierksmeiers Traum liegt die Freiheit in ethischen Fesseln, eingekerkert unter dem pastoralen Kreuz dogmatischer Moralisierer. Doch gehen wir der Reihe nach vor.

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